Ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Manfred Strecker und Herrn Dr. René Dommain untersucht Bohrkerne aus der Region Olorgesailie in Südkenia – ein einzigartiges Archiv der Umweltbedingungen der vergangenen Million Jahre. Seit Jahren arbeiten internationale Teams an der Auswertung dieser Sedimente. In Kooperation mit dem Human Origins Program des Smithsonian National Museum of Natural History werden nun gezielt einzelne Aspekte der Menschheitsgeschichte analysiert. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen und der Entwicklung früher menschlicher Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Kurzübersicht – Projektinhalt auf einem Blick

  • Rekonstruktion von Umweltbedingungen über eine Million Jahre
  • Analyse vulkanischen Glases in Sedimentproben
  • Entwicklung eines Altersmodells für Bohrkerne
  • Laufzeit: seit 2025
  • Unser Kooperationsartner: Smithsonian National Museum of Natural History in Washington DC, USA

 

Die Herausforderung

Die Entwicklung früher menschlicher Verhaltensweisen steht in engem Zusammenhang mit langfristigen Umweltveränderungen. Für viele Zeitabschnitte fehlen jedoch ausreichend präzise Daten, um Klimaschwankungen, Landschaftsveränderungen und ihre möglichen Auswirkungen auf die menschliche Evolution zuverlässig zu rekonstruieren. Besonders für die Region Olorgesailie in Südkenia – einen bedeutenden Fundort früher menschlicher Aktivitäten – besteht noch Bedarf an hochauflösenden Umweltarchiven.

Die Idee

Sediment-Bohrkerne aus der Region Olorgesailie speichern Informationen über vergangene Umweltbedingungen wie in einem natürlichen Archiv. Durch die Analyse dieser Ablagerungen, insbesondere von vulkanischem Glas und anderen geologischen Markern, lassen sich Zeiträume genauer datieren und Umweltveränderungen über Hunderttausende von Jahren nachvollziehen. In Zusammenarbeit mit dem Human Origins Program des Smithsonian National Museum of Natural History werden diese Archive systematisch ausgewertet.

Die Lösung

Im Projekt werden ausgewählte Abschnitte eines Bohrkerns detailliert analysiert, um ein präziseres Altersmodell zu entwickeln und mikroskopische Komponenten der Sedimentproben zu untersuchen. Die neuen Ergebnisse werden mit bereits vorhandenen Daten aus anderen Bohrkernen kombiniert. So entsteht ein immer genaueres Bild der Umweltentwicklung in Ostafrika während der vergangenen eine Million Jahre – und damit ein wichtiger Beitrag zum Verständnis einzelner Kapitel der Menschheitsgeschichte.