Forschungsprojekt oKat-SIM der Universität Potsdam & der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam findet weitere Unterstützung

uptransfer

Das Projekt „oKat-SIM“ steht als Abkürzung für „optimierte Katastrophenbewältigung mittels Augmented Reality Simulation“. Zu diesem Verbundprojekt hat sich ein interdisziplinäres Team aus den Geo- und Kognitionswissenschaften der Universität Potsdam, aus den Bereichen multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck und Neue Medien der Filmuniversität Babelsberg sowie der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam zusammengeschlossen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

oKat-SIM verfolgt Augmented Reality (AR)-Ansätze in der beruflichen Weiterbildung für Katastrophenschutz und zivile Sicherheit, mit dem Ziel, Führungskräfte in Verwaltung und Landesbehörden für die Krisensituation fachlich und methodisch zu schulen und so lokale Behörden bei der Vorbereitung, Vorsorge und Bewältigung von Großschadenslagen zu unterstützen. 

Zum Einsatz kommt dabei eine GIS-basierte Modellierung von Naturkatastrophen (Überschwemmungen und Erdrutsche) in Kombination mit Augmented Reality, d.h., es werden Großschadenslagen visualisiert und Krisenstabsszenarien in einer 3D-Umgebung simuliert. Diese 3D-Umgebung ist mobil und integriert AR-Brillen mittels Simulationsserver und Steuerungskontrolle. Die Software ermöglicht dabei eine automatische Darstellung eines 3D Modells anhand der GIS Daten. 

Augmented Reality erlaubt einerseits die Visualisierung realistischer Vor-Ort-Situationen und andererseits das kooperative Handeln des Krisenstabs in möglichen Echtzeit-Szenarien. Die Daten werden dabei so aufbereitet, dass sie intuitiv erfassbar sind. Dadurch wird die Vielfalt von Handlungsoptionen direkt spürbar und die Tragweite der daraus resultierenden Entscheidungen sichtbar. Es ist eine Simulation von verschiedenen Szenarien möglich. Diese entwickeln sich je nach individueller Entscheidung unterschiedlich und können über das 3D-Modell erlebt werden.  

In Krisenfällen ist schnelles und abgestimmtes Handeln oberstes Gebot. Dies wird in regelmäßigen Schulungen für Mitglieder von Krisenstäben geübt. Die Stadt Leverkusen gemeinsam mit den Technischen Betrieben hat sich nun als Validierungspartner an einem Forschungsprojekt der Universität Potsdam und der UP Transfer gmbH an der Universität Potsdam beteiligt, das beim Krisentraining neue Wege geht.

Die Stadt Leverkusen, vertreten durch das Baudezernat (GIS-Stelle des Fachbereichs Kataster und Vermessung) und die Technischen Betriebe, ist einer von fünf Validierungspartnern (Landkreise Görlitz und Garmisch-Partenkirchen, Feuerwehrschule Geretsried, Hochwasser Kompetenz Centrum e. V.) des Projektes. Start der Zusammenarbeit war 2019. 

Seitens der Stadt Leverkusen wurden in die Projektentwicklung eingebracht:

  • Geoinformationsdaten zur Entwicklung des 3D-Modells
  • spezifische Hochwasserdaten und Einsatzpläne für Leverkusen
  • Erfahrungen im Umgang mit Hochwasserlagen, Fotos etc.
  • Hochwasserszenarien für das Schulungsmodell

Ein Team von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Verwaltung und Feuerwehr mit Erfahrung in der Krisenstabsarbeit hat den aktuellen Prototypen des Programms nun abschließend getestet. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Simulationstests in der Feuerwache mussten im Vorfeld zunächst ein vorbereitendes E-Learning-Modul bearbeiten und bewerten. Anschließend erfolgte die rund einstündige Trainingssimulation in zwei Testrunden - eine für Verwaltungsmitarbeiter im Krisenstab, eine zweite für die Einsatzleitung der Feuerwehr. Während der AR-Simulation führten Expertinnen und Experten der Kognitionswissenschaften der Universität Potsdam eine Stresslevelmessung durch.

Krisenstabsleiterin Andrea Deppe zieht ein positives Fazit und betont die Bedeutung für den Katastrophenschutz: „Die Flutkatastrophe und die Explosion im vergangenen Sommer haben uns gezeigt, wie schnell sich eine Großschadenslage entwickeln kann, die alle Kräfte von Feuerwehr und Krisenstab beansprucht. Um solche Szenarien besser und realistischer trainieren zu können, ist die Entwicklung von Simulationsprogrammen, die Zukunftstechnologien wie Augmented Reality integrieren, sehr wichtig. Deshalb haben wir als Validierungspartner das Forschungsprojekt gerne unterstützt und hoffen auf eine Fortsetzung.“ 

-> Originalartikel

 Zurück zur Übersicht